Teckbote 22.2.2017

Glänzend vorbereitete Sänger

Konzert In der Neuapostolischen Kirche von Kirchheim freut sich das Publikum über hochrangige Kirchenmusik. Und das trotz der schlechten Akustik. Von Ernst Leuze

Dominik Schmolz (oben) singt die Basspartien. Das Kammerorchester der Neuapostolischen Kirche begleitet.

Glänzend einstudierte Sänger des Regionalchors Nürtingen der Neuapostolischen Kirche, begleitet von einem sehr respektablen Orchester, ein feuriger junger Dirigent davor, und dahinter ein ausgefuchster Organist. Das bot sich den begeisterten Zuhörern am vergangenen Samstag in der geräumigen Neuapostolischen Kirche von Kirchheim. Zwar hat die neuapostolische Kirchenmusik im Lauf der letzten Jahre auch in Kirchheim eine unübersehbare Bedeutung bekommen, aber eine Konzertkirche ist das Gebäude an der Hahnweidstraße noch nicht geworden. Der Raum aus den Sechzigerjahren ist konsequent auf Sprechakustik ausgelegt, obwohl jeden Sonntag ein Chor im Gottesdienst singt. Das hat katastrophale Folgen für den Klang. In der leeren Kirche klingt es wunderbar, aber ein paar Hundert Zuhörer zwingen die Akustik in die Knie. Die Orgel wimmert nur noch, den Sängern bleibt der Ton fast in der Kehle stecken; und wenn die Orchesterviolinen nicht von Pauken und Trompeten gestützt werden, bleibt nur noch Gesäusel übrig. Als die Kirche erbaut wurde, hätte sich auch niemand im Traum vorstellen können, dass dort einmal konzertante hochrangige Kirchenmusik erklingen würde. Nachdem sich der Mensch ja an fast alles gewöhnt, konnte man die Musik trotzdem genießen. Schon beim Anthem von Purcell spürte man enorme Präsenz und Präzision. Das steigerte sich noch beim sogenannten Dettinger Tedeum von Georg Friedrich Händel. Wer kann schon seinem Chor zumuten, die zum Teil kniffligen Solopartien dem Tutti anzuvertrauen. Größtenteils gelang das sogar sehr gut. Die Basspartien sind dafür zu schwer. Dominik Schmolz sang sie zwar untadelig, doch ein bisschen mehr „Opernheld“ hätte nicht geschadet. Feinsinnig stufte sich die Qualität der Chorstimmen ab, nach der Länge ihrer Namen. Herausragend der Alt. Das kommt so selten vor wie Stimmvirtuosität bei Chorbässen, deren „geläufige Gurgel“ die Soprane das Fürchten lehrte. Diese mussten am meisten kämpfen mit hohen Tönen und schnellen Koloraturen. Dazwischen hielt sich sehr wacker der, zahlenmäßig schwächste, Tenor. Beim Kammerorchester der Neuapostolischen Kirche aus Stuttgart gab es Licht und Schatten. Am besten die beiden Oboen, gefolgt von der ersten Trompete, von einem Profi gespielt. Der zweite Mann spielte sozusagen vom Krankenbett aus. Das war geradezu todesmutig, ging aber gerade noch gut. Exzellent zuverlässig die Bassgruppe mit einem Fagottisten, dessen Tonverschmelzung sensationell war. Geigen und Bratschen in historischer Anordnung: die zweiten Violinen nicht neben, sondern gegenüber den ersten, was es in der trockenen Akustik für die hinteren Pulte sehr schwierig machte, sich zu koordinieren. Die Pauke fast zu übereifrig, jedoch wie üblich rhythmisch präziser als die Streicher. Leider war die ausgeborgte Truhenorgel viel zu schwächlich. Da hätte das Kirchheimer Instrument von der Martinskirche eine bessere Figur gemacht. Staunen bei den Dirigenten: Hatte man bei Daniel Joos den Eindruck, sein gestisches Feuerwerk sei unübertrefflich, so merkte man verdutzt, dass bei der Zugabe unter dem Dirigat der Chormanagerin Marina Plotzitzka der Chor auffallend entspannter, klangschöner und präziser sang. Mein Rat an Daniel Joos: Schmeiß das Dirigierstöcklein in die Ecke, vergiss alles, was du bei deinen (zu) vielen Lehrern gelernt hast. Lass los, gib dich der Musik hin und dirigiere sängerisch. Dann wirst du am ehesten erreichen, was sich zwar nicht lernen lässt, aber erfahren werden kann. Der Organist Andreas Ostheimer brauchte solche Ratschläge nicht. Eingemauert hinter dem Chor riskierte er eines der schwersten Orgelstücke Bachs. Und obsiegte trotz dieser widrigsten Bedingungen. Bravo. Auch Steffen Baral, erste Trompete, machte eine sehr gute Figur, ob bei Händel oder Stanley mit einem Trumpet Voluntary. Gelungenen Programmheften begegnet man ja selten - auch in diesem Konzert nicht. So erfreulich die Gestaltung im Ganzen, so peinlich das Durcheinander der erklärenden Texte. Eine sehr schöne Geste noch vor dem ersten Ton: Bezirksvorsteher Joachim Haas erwähnte in seiner Begrüßung, der Erlös sei für die Vesperkirche bestimmt. Danach konnte deren Organisatorin Claudia Brendel sich für die Unterstützung bedanken und schon zum nächsten Kirchenvesper einladen. So geht Ökumene.

Foto: Siegfried Häußermann

Teckbote 15.2.2017

Benefizkonzert Bezirkskantor Ralf Sach gab Bachs Goldbergvariationen zum Besten. Kirchheim. Die Goldbergvariationen von Johann Sebastian Bach sind musikgeschichtlich gesehen ein Höhepunkt barocker Variationskunst, planvoll durchstrukturiert und ein grandioses Beispiel für die Vielzahl barocker Satzformen. Doch sie sind noch viel mehr. Es ist, als hätte Bach mit meisterlichem Können, viel Fantasie und einer Portion Schalk im Nacken eine musikalische Schatztruhe gefüllt. Wer sie öffnet, kann ihr mit Hingabe und Spielfreude die musikalischen Kleinode in Form einer Arie und 29 Variationen entlocken und diesen - je nach Instrument und Interpretation - unterschiedliche Klangfarben verleihen. Bezirkskantor Ralf Sach spielte die Goldbergvariationen im Rahmen eines Benefizkonzertes für die Vesperkirche auf der Garnier-Orgel der Auferstehungskirche in Kirchheim. Was die Klangfarben betrifft, bietet die Aufführung auf der Orgel sogar mehr Möglichkeiten als auf einem herkömmlichen Klavier. Die zweiteilige Aria, deren Taktzahl auch die Anzahl der Stücke vorgibt, ist die Grundlage der Variationen. Weich fließend, doch gleichzeitig akzentuiert, wurde sie von Ralf Sach dargeboten. Mit angemessener Agogik und abwechslungsreicher Registrierung erweckte Ralf Sach die einzelnen Variationen zum Leben. Mal schienen die einzelnen Stimmen wie bei der Triosonate in Variation 2 miteinander im Gespräch zu sein, während sie beim Passepied in Variation 4 majestätisch und imposant auftraten. Spielerisch und ernst zugleich jagten sich die Sechzehntelketten bei der Canone alla Seconda. Bei den technisch anspruchsvollen Variationen 5, 14, 20 und 23 - von Bachs Sohn Carl Philipp als eine „Sehr eingerissene Hexery“ bezeichnet - nutzte Ralf Sach die beiden Manuale der Garnier-Orgel und erleichterte sich damit das erforderliche Überkreuzen der Hände. Die Gigue in Variation 7 geriet auf der Orgel etwas schwerfälliger als sie auf einem Cembalo geklungen hätte, während die Möglichkeiten der Orgel für die Chorfuge Variation 22 und vor allem für die Toccata in Variation 29 genau das Richtige waren - der volle Klang der Garnier-Orgel konnte sich bei der Toccata voll entfalten. Die Aria der Variation 13 klang sehr reizvoll durch den Gegensatz der hell bewegten Oberstimme über der ruhigeren Linie der linken Hand. Mit Variation 16 - einer Ouvertüre im französischen Stil - wird der zweite Teil der Variationen eröffnet, was mit vollem Klang, gleichzeitig hell und vielseitig, gelang. Wunderschön das Menuett Variation 19 - schnell und aufgeregt, als hätten die einzelnen Stimmen sich gerade viel Dringliches zu erzählen - und als ob auf einmal neckische Kobolde der Schatzkiste entstiegen wären. Ganz anders im Charakter dagegen die Moll Variationen 21 und 25: klagend und eindringlich, doch nie verzagend. Besonders das Lamento Variation 25 mit seinen chromatischen Elementen bestach durch das moderate Tempo und den klagenden Unterton, der sich in nachdenkliche Schärfe löste - als gäbe es im Klagen einen offenen Blick für die Zukunft. Leichtfüßig dagegen gelang die Sarabande Variation 26, spielerisch positiv, frühlingshaft. Nach 29 Variationen wird am Schluss die Anfangsarie wiederholt, Ruhe kehrt ein. Die Zuhörer bedankten sich bei Ralf Sach mit anhaltendem Applaus für das gelungene Konzert. Gabriele Rolfs

Teckbote 8.2.2017

Sach spielt Goldberg-Variationen Sach spielt Bach.

Kirchheim. Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen werden in der Kirchheimer Auferstehungskirche erklingen.

Einer Anekdote des ersten Bach-Biografs, Nikolaus Forkel, zufolge, soll Bach seine bekannte Variationsfolge für den Grafen Keyserlinck komponiert haben, der an Einschlafstörungen litt. Ob diese Geschichte wahr ist, ist schon allein deshalb höchst umstritten, weil zur Entstehungszeit Keyserlincks Hof-Cembalist Johann Gottlieb Goldberg gerade erst drei Jahre alt war. Nichtsdestotrotz sind die Goldberg-Variationen musikgeschichtlich von einzigartiger Bedeutung, vor allem deshalb, weil Johann Sebastian Bach darin sämtliche Satztypen seiner Zeit verwendete, von einer vierstimmigen Chorfuge bis hin zur virtuosen Imitation einer Scarlatti-Sonate. Die berühmten Goldberg-Variationen stellen einen Höhepunkt barocker Variationskunst dar. Bezirkskantor Ralf Sach spielt dieses berühmte Werk am kommenden Samstag, 11. Februar, um 19.30 Uhr im Rahmen der Vesperkirche auf der klangschönen Orgel der Auferstehungskirche. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. pm

Foto: pr

Teckbote 6.2.2017

Hochschauen in die Tiefe

Konzert Zugunsten der Kirchheimer Vesperkirche spielt das Duo Zwischentöne in der Ötlinger Johanneskirche.
Themen sind das Vergehen der Zeit, die Liebe und der Glauben. Von Gabriele Rolfs

Das Duo Zwischentöne spielt für die Vesperkirche.

Mit dem Lied „Guten Abend, gute Nacht“ begrüßte das Duo die Zuhörer, der satte Cellosound ergänzte den Gitarrenklang. Schon im ersten Stück schimmerte das Thema Beziehungskrise durch „denn ich fürchte mich, komm zu mir zurück“. Es ist eines der Themen, die im Zentrum des Texte der Musiker stand. Auch: das Vergehen der Zeit, die Liebe, der Glaube, und sogar die Flüchtlingskrise arbeitete das Duo in einen ihrer Texte ein. Aus der Erfahrung des Musikpädagogen heraus, der seine Schüler von jungen Jahren an bis zum Ende der Schulzeit begleitet, war das Lied „Neuland“ entstanden. Der junge Erwachsene wird ermutigt, in seine Zukunft zu schreiten „Geh bis zum Zeittor, bis dir das Licht vor die Füße fällt.“ Den Text zu „Willkommen in Deutschland“ hatte Frieder Sigloch zur Zeit der Balkankrise geschrieben. Sigloch moderierte den Abend mit Erzählungen über die Entstehung der Texte, so spannte er einen Bogen von Lied zu Lied. In seiner Einleitung verglich er die damalige Haltung gegenüber Flüchtlingen mit der heutigen Willkommenskultur, sodass das Lied heutzutage in einem positiveren Licht erscheint als damals. Immer wieder erfuhr der Zuhörer in den Überleitungen etwas aus dem Privatleben des Liedtexters. Das Vergehen der Zeit, der Verlust des Lebensgefühls der Jugend und der Versuch, dieses Gefühl im Alter von 50 Jahren wieder einzufangen, war Thema von „Ich bin wieder allein“ und „Ich schaue hoch in die Tiefe“. Die nächtliche Betrachtung des Sternenhimmels ist es, die es dem Künstler ermöglicht, das verlorene Lebensgefühl der Jugendzeit wieder zu erleben - denn „manche Dinge ändern sich nie“. Ein Thema der Liedtexte stellte die Realität des gemeinsamen Lebenswegs dar. Die Enttäuschung des Paares, dem bewusst wird, dass hinter der Hollywood-Leinwand das reale Leben auf sie wartet, auf das in keinem Film vorbereitet wird, zog sich durch mehrere Lieder. „Willkommen im Leben“ hieß dementsprechend auch der Titel eines Stückes. In ein paar Liedern wechselten die beiden Musiker aus ihrem ruhigen, etwas gleichförmigen Stil in den Country-Style, was die Musik deutlich belebte. Und trotz der kleinen Besetzung erklangen mehrere Instrumente. Wie das funktioniert? Mittels MP3 Player wurden - je nach Bedarf - ein Schlagzeug oder auch eine weitere Gitarrenstimme eingespielt. Schwungvoll wurde es bei „Immer eins mehr“ - dem Versuch des Protagonisten, sich aktiv aus seiner Beziehungskrise zu befreien. Zum Ende des Konzertes präsentierte das Duo Lieder über Glauben und Gottvertrauen und nahm die Zuhörer damit mit in ihr Leben und die Reflektion darüber. 

Foto: Thomas Kaltenecker

Teckbote 4.2.2017

Wohnungsmarkt Schritte gegen die wachsende Not in Städten gibt es viele. Was können Bund, Land, Kommunen 
und Wohlfahrtsverbände tun? Ein Experte klärt auf. Von Peter Dietrich Der Sozialrechtler Martin Staiger fordert mehr Mittel für die Kommunen, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Martin Staiger ist Dozent für Sozialrecht an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, war lange in der Schuldnerberatung tätig. „Sozialrechtlich dürfte niemand obdachlos werden, das wissen nur die meisten nicht“, sagt er. Viele nähmen die Hilfen, die ihnen zuständen, gar nicht in Anspruch. Diese Unterstützung sei schambesetzt und kompliziert, es fehle auch an Beratung: „Wären Sozialberater rechtlich so gut ausgebildet wie Steuerberater, wären diese Hilfen ganz normal.“ Staiger sprach in der Auferstehungskirche in der „Kirchheimer Reihe“ des Evangelischen Bildungswerks im Rahmen der Vesperkirche. „Auch ein Berufsabschluss schützt nicht vor Niedriglohn“, sagte er und belegte das mit Zahlen: Zwei von drei Niedriglöhnern haben einen Abschluss, jeder Zehnte sogar einen Hochschulabschluss. Der Niedriglohnsektor in Deutschland wuchs gewaltig. Die Zahl der Sozialwohnungen in Baden-Württemberg hat sich dagegen von 2002 bis Ende 2010 mehr als halbiert. Die Zahl der Baugenehmigungen ist seit 2008 wieder deutlich gestiegen, aber: „Gebaut werden die falschen Häuser.“ Viel zu wenige neue Mietwohnungen zählen zum unteren Preissegment. Seine Vorschläge teilte Staiger in vier Ebenen ein, zuerst die des Bundes. Er könne den Mindestlohn erhöhen, der unter anderem in Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden und Irland höher liege als bei uns. Er könnte auch die Renten und die Grundsicherung erhöhen, die auch für Nachfrage sorgten. So hätten sich Teile des Ruhrgebiets durch die hohen Bergwerksrenten lange gut gehalten. „Die Leute hielten ihre Häuser in Schuss, Handwerker hatten zu tun und die Kneipe auch.“ Die Steuerhinterziehung müsse bekämpft werden, auf der anderen Seite könne der Geschosswohnungsbau durch steuerliche Anreize gefördert werden und die Bundesmittel für den sozialen Wohnungsbau sollten steigen. Bei dieser Förderung des sozialen Wohnungsbaus liegt Bayern klar vor Baden-Württemberg, das Nachholbedarf hat. Das Land könnte die Landesbauordnung reformieren, um Baugenehmigungen zu erleichtern und das Bauen günstiger zu machen. Die Kommunen - als dritte Ebene - könnten den Boden sparenden und sozialen Wohnungsbau fördern, wie es Esslingen tue. Die Stadt München gebe Grundstücke günstig ab, der Investor müsse eine Mindestquote von 30 Prozent gefördertem Wohnbau einhalten. „Es scheint zu funktionieren, die Erhöhung auf 40 Prozent wird diskutiert.“ Der Umbau von leer stehenden Ladenlokalen in Wohnraum solle gefördert werden. Ein gutes Beispiel für eine Umnutzung sei das Otto-Areal in Wendlingen, aus einer ehemaligen Spinnerei sollen dort Wohnungen werden. Die freie Wohlfahrtspflege sieht Staiger in der Pflicht, die Mietobergrenzen im Sozialgesetzbuch kritisch zu prüfen und bei Bedarf gerichtlich klären zu lassen. Sie solle konsequent sozialrechtlich beraten - Vorbild Steuerberater - und Wohnraum für diejenigen schaffen, die auf dem freien Markt keine Chance hätten, wie Heimstatt in Esslingen das tue. Nachfrage von den Zuhörern: Funktioniert denn die Mietpreisbremse nicht? „Nein, weil der Mieter unter Druck steht, er müsste klagen. Es gibt kein Verbandsklagerecht, etwa für den Mieterbund.“ Und Mietschulden? „Sie sind die Rückseite unseres Gesellschaftsmodells. Wenn alle die Sozialleistungen wie Wohngeld in Anspruch nähmen, wäre das Prob­lem entschärft.“ Ein anderes Problem sieht Staiger in Alleinstehenden, die ganze Häuser bewohnen. Eine Zuhörerin verwies auf den vorbildlichen sozialen Wohnungsbau in Wien, Staiger sieht auch vor Ort eine vorsichtige Trendwende, so in Leinfelden-Echterdingen und Esslingen. Doch eines sei klar: „Die Städte sind chronisch klamm, obwohl die Industrie prosperiert.“ Für ihre Aufgaben bräuchten die Kommunen mehr Mittel, also Steuergelder. „Doch die Mehrheit der Politiker traut sich noch nicht, das zu sagen.“ Info Am Samstag, 11. Februar, um 19.30 Uhr gibt es im Rahmen der Vesperkirche in der Auferstehungskirche ein Orgelkonzert. Bezirkskantor Ralf Sach spielt Bachs Goldberg-Variationen. Der Eintritt ist frei. Foto: Peter Dietrich

Teckbote 3.2.2017

Seit dieser Woche ist die 9. Kirchheimer Vesperkirche in der Thomaskirche in vollem Gange. 250 Gäste nutzten gleich den ersten Tag nach dem Sonntagsgottesdienst für ein Mittagessen in großer Gemeinschaft. Für wenig Geld kann dort jeder ab 12 Uhr ein mehrgängiges Mittagessen mit Kaffee und Kuchen in gemütlicher Runde genießen. Zur Auswahl stehen jeweils ein Fleischgericht und ein vegetarisches Gericht. Zu dem Anlass findet am heutigen Freitag ein Konzert um 19.30 Uhr mit dem Duo Zwischentöne mit Cello, Gitarre und Gesang in der Johanneskirche in Ötlingen statt. Foto: pr

Prominente Unterstützung Teckbote 13.12.2016

Gerlinde Kretschmann ist von 10 bis 12 am Stand der Vesperkirche auf dem Kirchheimer Markt
Gerlinde Kretschmann begrüßte am Samstag viele Menschen mit einem herzlichen Guten Morgen vor dem Kirchheimer Rathaus. Die Frau des Ministerpräsidenten warb für die Vesperkirche. ih/Foto: Markus Brändli

14 Tage Urlaub - Mitten in Kirchheim Teckbote 7.12.2016

 „Gemeinsam an einem Tisch“: Dieses Bild unterstreicht das Motto der Vesperkirche.
Archiv-Foto: Jean-Luc Jacques

Vesperkirche

Das gemeinsame Essen in der Thomaskirche bringt wieder die unterschiedlichsten Menschen an einen gedeckten Tisch. Gerlinde Kretschmann macht am Samstag im Vorfeld Werbung. Von Andreas Volz

 

Ende Januar beginnt in Kirchheim wieder die „Vesperkirchenzeit“. Für viele Senioren, die die Vesperkirche besuchen, sei das „wie 14 Tage Urlaub“, sagt Diakoniepfarrerin Margarete Oberle aus der Erfahrung der vergangenen Jahre. Das Besondere, gerade für Alleinstehende oder auch für ältere Paare, die sich kaum jemals einen Restaurantbesuch leisten können: „Man sitzt an einem schön gedeckten Tisch, man wird bedient und man kommt ins Gespräch.“

Deshalb stehen die zwei Wochen in der Thomaskirche vom 29.  Januar bis zum 12. Februar auch unter dem Motto „Gemeinsam an einem Tisch“. Diakon Uli Häußermann spricht sogar von einer „großen Chance für Gespräche“, weil man oft gemeinsam mit Wildfremden an einem Tisch sitze. Berührungsängste zwischen den Gästen gebe es nicht. Wichtig ist den Verantwortlichen die passende gesellschaftliche Durchmischung.

„Es ist ja keine Armenspeisung in erster Linie“, meint Margarete Oberle, „es geht dabei eher um das Gemeinschaftserlebnis.“ Der Richtpreis für ein Essen – Suppe, Hauptspeise (auch vegetarisch) und Nachtisch – liegt bei 1,50 Euro. Uli Häußermann zufolge ist das ein symbolischer Betrag, Wer kann und möchte, darf gerne auch mehr Geld bezahlen. Wer allerdings auch die geringe Summe nicht aufbringen kann, erhält bei der Diakonischen Bezirksstelle in der Alleenstraße 74 Gutscheine.

Zur Durchmischung der Vesperkirchenbesucher zählen auch die unterschiedlichsten Lebensalter, denn es strömen beileibe nicht nur Senioren in die Thomaskirche. Schüler der Teck-­Realschule gehören ebenso zu den Gästen wie Mütter mit Kindern. Für die Kinder gibt es sogar eine eigene Spielecke.

Aus den Reihen der Teck-­Realschule rekrutiert die Vesperkirche sogar einen Teil ihrer ehrenamtlichen Mitarbeiter, wie Claudia Brendel von der Diakonischen Bezirksstelle erwähnt: „Da gibt es wieder Schüler, die sich für ihr themenorientiertes Projekt Soziales Engagement bei uns einbringen.“ Sie helfen bei der Vesperkirche selbst wie auch im Vorfeld.

Am kommenden Samstag, 10.  Dezember, sowie am Samstag, 14. Januar, präsentiert sich die Vesperkirche nämlich mit einem Stand schräg gegenüber vom Kirchheimer Rathaus. Außer Kaffee und Wurstbüchsen gibt es am Stand den großen Spendentopf, Informationen und auch Helferlisten, in die man sich eintragen kann. Die Vesperkirche freut sich immer über neue Mitarbeiter.

Eine ganz besondere „Mitarbeiterin“ haben sie jetzt für Samstag engagiert: Gerlinde Kretschmann, die Ehefrau des Ministerpräsidenten, macht einen Tag vor dem dritten Advent in der Fußgängerzone Werbung für die Kirchheimer Vesperkirche – von 10 bis 12 Uhr.

Presseartiekl zur Vesperkirche 2016

2016-02-08 Abschlussgottesdienst

2016-01-30_Samstag2

2016-01-30 Samstag

2016-01-28 Donnerstag2

2016-01-28 Donnerstag

2016-01-26 Dienstag.

2016-01-26 Dienstag

2016-01-24 Eröffnungsgottesdienst

Presseartikel Teckbote am 13. Januar 2016

Presseberichte

2500 Euro für die Vesperkirche

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