Eine Hommage an die Spülerinnen und Spüler

 

Ich schreibe für die Spüler:

Die Schürzen sind schon angelegt, alle sind eingewiesen - der Countdown läuft

An Ihnen geht kein Teller vorbei. So eng aneinander stehen Gabeln und Messer in der Spülmaschine bei heißem Wasser.

Die Spüler stehen genau so eng in der Küche, nur etwas trockener, welcher Luxus.

Sie warten schon begierig, schicken Ihre Boten aus mit dem Servierwagen und hoffen auf die erste Beute – liebe Leute: der Tanz beginnt.

Es klappert in der Kirche, der Wagen rollt an und die Emsigkeit der Bienen findet ihresgleichen bei den flinken Händen die sich über das Geschirr hermachen.

Klappern, Klirren, rascheln, Stimmengewirr, Schaben, reiben, Lachen, stöhnen vermengt sich und wird im Wasserdampf davon getragen wenn sich die Klappe der Spülmaschine öffnet.

Hochzeit in der Spülküche: schmutzig kommt’s – sauber geht’s.

Schweißperlen auf der Stirn, die Haare – wer noch welche hat – werden nach hinten gebunden, die Brille ist beschlagen.

Wir brauchen Geschirr und Besteck – es ist Druck im Kessel.

Nichts mehr denken nur noch spülen, spülen, spülen: Hand in Hand – ganz elegant.

Aushalten – Durchhalten – Spaßhalten – Sauberhalten

Das Zeitgefühl geht verloren

Langsam naht das Ende, der Geschirrstrom versiegt ein wenig, die Takt zahl verlangsamt sich.

Erste Gähnen, kleine Ruhepausen, es schwätzelt wieder, der Nebel lichtet sich und man erkennt sich wieder.

Es tröpfelt aus, noch zwei Gläser, ach da noch diese Teller und ein paar Tassen.

Die Abtrockentücher sind feucht, die Oberflächen werden getrocknet und der Edelstahl blinkt. Der Müll wird noch entsorgt – die ersten Schürzten fallen, Handys werden gezückt, Blicke treffen sich - Zufrieden, müde und Dankbar.

Ein Team auf Zeit, ob alt - ob jung, ob Christ oder Moslem, ob arm - ob reich,

hier sind alle gleich, Hand in Hand.

Welches Glück.

Alles geschafft - alles ist sauber

Gemeinsam für andere und doch auch für mich selber.

Stimmen Sie mit mir ein in ein dreifaches Hoch auf die Spülerinnen und Spüler.

Hoch Hoch Hoch

E. Haußmann 02/2016

Gerlinde Kretschmann in der Nürtinger Vesperkirche

Sie kommt und fragt: "Was soll ich tun?"
"Landesmutter" Gerlinde Kretschmann ließ es sich nicht nehmen, im Rahmen ihrer Nürtinger Rundtour am 26. Januar 2016 einen Abstecher in der Nürtinger Vesperkirche zu machen.
Als "Getränkeministerin" unterstütze Sie das ehrenamtliche Team nach Kräften und bestand im ersten Anlauf den Nürtinger Vesperkirchentauglichkeitstest.